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Gotteswort, weiblich: Über diesen Blog

Die Rede von Gott ist meistens rein männlich - auf der Ebene der Grammatik, aber auch, was die inneren Vorstellungen und Gottesbilder angeht. Es geht aber auch anders. Bibeltexte auf Gendervorstellungen hin zu befragen, nichtpatriarchale Traditionen freizulegen und zu einer größeren Innigkeit und Weite in der Rede von Gott zu finden, ist etwas sehr Befreiendes und Bereicherndes.

In diesem Blog findet sich darum zu jedem Sonntag des katholischen Kirchenjahres ein aktueller Text: die Auslegung eines der Lesungstexte, ein Gebet, eine Neufassung eines Liedes... Der Blog besteht seit dem 1. Advent 2019, damals begann das Lesejahr A. Seither ist der Blog zweimal durch alle drei Lesejahre gewandert und thematisiert nun zum dritten Mal die Sonntage im Lesejahr A. Eine Auflistung aller ausgelegten Bibelstellen finden sie hier: Perikopen-Verzeichnis. Die Übersicht nach Sonntagen führt weiter zu den Sonntagen der geprägten Zeiten und der Jahreskreise.

Ich hatte den Blog als Frauenseelsorgerin im Bistum Aachen gestartet. Mittlerweile habe ich den pastoralen Dienst verlassen, aber den Blog führe ich fort, und auf dieser Webseite finden sich nun auch die älteren Beiträge.

Aus der Arbeit am Blog sind mittlerweile vier Bücher geworden, die im Herder-Verlag erschienen sind: Gotteswort, weiblich“, „Glaubensworte, weiblich“, "Das Kind in der Krippe" und "Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird"

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6. Sonntag im Jahreskreis A // Segen

Wenn du das Leben bewahrst, Heilige,
Wenn ohne dich überhaupt nichts leben kann,
Wenn wir atmenden Wesen in dir verbunden sind
wie ein Pilzgeflecht im Waldboden,
sind wir dann immer schon Gesegnete vor dir?

Leben gabst du uns, Freiheit wohl auch,
und du entziehst dich unserem Wissen,
damit wir an dich glauben können.
Du drängst dich nicht auf, und du nützt uns zu nichts,
sodass wir dich wohl ein wenig zurücklieben können.

Aber wir sehen mit Entsetzen das Unrecht und seine Macht,
die Macht derer, die Gewalt ausüben und das Recht beugen, aushöhlen, brechen.
Dein Segen kann ja doch verschüttet werden,
magst du auch Höhen und Tiefen durchmessen,
du verhinderst nicht, dass Vertrauen zerbricht und verdorrt.

Dein Segen aber, dein Segen möge uns bleiben,
mehr als eine Erinnerung daran, dass du das Leben bewahrst,
mehr als eine Hoffnung darauf, dass hellere und heilere Zeiten kommen,
mehr als ein vorläufiger Trost: Dein lebendiger Segen komme uns machtvoll entgegen
und lenke unsere Schritte auf Wegen des Friedens.

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5. Sonntag im Jahreskreis A // Gemeint, nicht gemeint, mitgemeint?

Die Bibel ist ein Menschheitsbuch. Sich auf die Bibel zu beziehen, ist dennoch nie besonders einfach, denn natürlich ist sie historisch und kulturell im Alten Orient zu verorten: Sie kommt aus einer anderen Welt.

In dieser Welt gibt es aber ähnliche sprachliche Fallstricke wie in unserer heute. Weiterlesen