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15. Sonntag im Lesejahr A // Psalmgebet

Denn wie Regen und Schnee vom Himmel herabfallen und nicht dorthin zurückkehren, sondern die Erde tränken, sie fruchtbar machen und sprießen lassen,
damit sie Samen gibt zum Säen und Brot zum Essen, so wird das Wort, das aus meinem Mund hervorkommt, nicht ohne Erfolg zu mir zurückkehren, sondern tun, was ich will, und ihm wird gelingen, wozu ich es gesandt habe. (Jes 55,10-11)

Wie klingt das wohl, wenn du ein Wort sprichst, du, Gott, meine Herzensfreundin,
und wie höre ich es dann, und wo?

Ich sehne mich danach, dass deine Stimme ganz anders klingt als die Stimme meiner Selbstzweifel
und dass, was du sagst, ganz anders ist als ein strafendes Wort in erzieherischer Absicht.

Verschaffst du dir eigentlich Gehör, sehnst du dich danach, gehört zu werden,
oder bist du dir selbst genug?

Wenn du sprichst, klingen dann die Himmel,
vibrieren die Galaxien bis zum kleinsten Stäubchen?

Und wenn deine Stimme alles ist,
wenn du alles in Bewegung versetzt,

dann hörst du wohl auch in meinem Schweigen,
wenn ich nicht zurande komme mit dir.

Dann bist du vielleicht im tiefen Luftholen
wenn ich mir erlaube, nicht mehr weiter zu können.

Wenn ich all die "Du muss" und "Du sollst" ins Schweigen schicke
um für eine Weile bei dir auszuruhen,

dann klingt deine Stimme wohl töstlich
und vertraut in meiner Seele.

Und wenn ich dann für eine Weile der Stille nachhänge,
die wohl deine Stimme ist, dann mag darin ein altes Wort auftauchen:

Erhalte mich nach deinem Wort, du Gott, meine Herzensfreundin.
Erhalte mich nach deinem Wort, und ich werde leben

lass mich nicht scheitern in meiner Hoffnung(*),
lass meiner Verzagtheit nicht das letzte Wort.

Dein Wort soll ja nicht hohl und leer in der Welt umherirren,
sondern nährt uns schon so lange, eine nicht enden wollende Kette von Menschen,

wird dabei verzerrt ,
nimmt Schaden beim Übersetzen,

bildet Inseln stillstehender Zeit in unserer Gegenwart
und mag sogar verknöchern und sterben.

Aber dich, Gott, du meine Herzensfreundin, dich entmutigt das nicht,
du sprichst dein Wort und du singst,

und ich möchte loslassen 
einstimmen und mitsingen. Amen.

(*) Ps 119,116.